Beinhaus

Beinhaus

Neben der Pfarrkirche stand schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts ein Beinhaus. Obwohl das Beinhaus, wie es sich heute zeigt, im Türsturz die Jahrzahl 1534 trägt, kann davon ausgegangen werden, dass es im Jahre 1676 beinahe vollständig erneuert wurde. Damals wird nämlich eine Einweihng des Beinhauses durch Weihbischof Georg Sigismund erwähnt. Auch der Baustil spricht für diese Annahme. Der ursprüngliche Zweck des Beinhauses bestand darin, die beim Ausheben von neuen Gräbern zutage tretenden Gebeine aufzunehmen. Bei dem in früherer Zeiten um die Kirche angelegten recht kleinen Fiedhof, der von einer hohen Mauer umfriedet war, war dies häufig der Fall. Von Zeit zu Zeit wurden die Gebeine in einem Massengrab beigesetzt. Das auf der Nordseite der Kirche stehende Kreuz mit der Inschrift "Gedenket der Toten" stammt von 1958 und erinnert an ein Massengrab aus dem Jahre 1702. Erst als die Verstorbenen nicht mehr zu Hause aufgebahrt wurden, erfuhr das Beinhaus die neue Bestimmung als Aufbahrungsort. Zum Gedenken an die Vergänglichkeit des Lebens sind in der Rückwand noch einige Gebeine eingelegt. Die von der Decke hängende Lampe ist die Chorlampe aus der alten Kirche. Sie ist ein italienisches Meisterstück aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Ebenfalls aus der alten Kirche und aus der gleichen Epoche stammt das an der nördlichen Wand angebrachte alte Chorbogenkreuz, auch Missionskreuz genannt, mit Korpus in zwei Drittel Lebensgrösse. Das Altarbild stellt die Erscheinung Marias dem Antonius von Padua dar. Bei der Renovation im Jahre 1996 konnten zwei aus der alten Kirche erhalten gebliebene Glasfenster im Beinhaus eingebaut werden. Die vom Stift Beromünster zum Kirchenneubau geschenkte Scheibe trägt die Jahrzahl 1664 und stellt St. Michael als Besieger des Teufels dar, während die andere mit Jahrzahl 1665 die Erscheinung des Erzengels Michael auf dem Berg Monte Gargano darstellt. Sie ist ein Geschenk von Leutpriester Jakob Pfyffer, dem Erbauer der altern Kirche.