Geschichte

Bereits im Jahre 1231 wird Rickenbach als Pfarrei erwähnt. Ein Grundstückstreit wird nämlich in der Pfarrkirche geschlichtet. Ursprünglich gehörte die damalige Pfarrei Rickenbach mit Grund und Boden, Land und Leuten, den Herren von Rynach. Doch diese veräussern nach und nach Gut um Gut und auch die Pfarrkirche samt dem dazugehörigen Hof wechselte mehrmals die Hand, bis sie im Jahre 1400 von Hermann von Grünenberg dem Stift zu Münster verschenkt wurde.

Die Güter warfen willkommene Einnahmen ab, das Stift hatte jedoch für den Unterhalt der Kirche aufzukommen. In seinem Namen besorgte ein sogenannter Leutpriester die Seelsorge in Rickenbach. Da die Pfarrei klein und nicht sehr bevölkerungsreich war und zudem in der Nähe des Stiftes liegt, wohnten die Leutpriester meistens in Beromünster, versahen die Pfarrei also von dort aus. Aus diesem Grund war das Pfarrhaus schlecht unterhalten. Erst in den Jahren 1668 bis 1671 bauten die Rickenbacher ein solides Pfarrhaus aus Stein, das heute noch in fast unveränderter Form steht. Die ursprüngliche Kirche versah wärend mehr als 450 Jahren ihren Dienst. Trotz massiver Renovationsarbeiten stürzte 1656 die Sakristei ein. Als Folge davon wurde beschlossen, dass Rickenbach eine neue Kirche erhalten soll. Diese konnte 1662 eingeweiht werden. Der noch nicht baufällige Turm wurde stehen gelassen. Infolge des Bevölkerungszuwachses und durch Vergrösserung des Pfarreigebietes wurde diese Kirche nach dreihundert Jahren zu klein. Unter  der tatkräftigen Initiative von Pfarrer Otto Ineichen wurde die Kirche abgerissen und durch ein neues, grosses und modernes Gotteshaus ersetzt. Da dem Stift Beromünster die Betreuung der Pfarrei zur finanziellen Last wurde, mussten die Rickenbacher das Geld für den Neubau selber aufbringen. In einer beispiellosen regionalen Sammelaktion unter der Leitung von Pfarrer Ineichen konnte die Finanzierung schliesslich grossartig gesichert werden. Das Stift überschrieb die neue Kirche samt Pfarrhaus und Beinhaus der Kirchgemeinde Rickenbach. Nach über 750 Jahren wurde Rickenbach wieder eine eigenständige, unabhängige Pfarrei. Aus der alten Kirche konnten einige Einrichtungen einen neuen Bestimmungsort finden. So steht die Kanzel heute in der Klosterkirche Werthenstein. Die Seitenältäre schmücken die Pfarrkirche von Wolhusen und das Chorgestühl befindet sich in der Pfarrkirche Ettiswil. Von den verbliebenen alten Wertgegenständen fällt vor allem die im Pfarrgarten stehende Glocke auf. Sie trägt die Jahreszahl 1406 und ist die erste und älteste Glocke von Rickenbach. 1991 rundet die Erstellung des Pfarrgartens mit einem Brunnen mit der Statue der heiligen Margaretha das Gesamtbild der Kirchenanlage auf malerische Weise ab.

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