Katechese & Religionsunterricht

Wir fragen uns oft nach dem Lebenssinn, nach Gott, nach dem Woher und Wohin. Im Glauben suchende Menschen in solchen Situationen zu begleiten, ist eine zentrale Aufgabe der Kirche. Darum steht im Katechismus der Katholischen Kirche:  Die Katechese ist mit dem ganzen Leben der Kirche eng verbunden. (...)

Sie soll sich bemühen, bei den Gläubigen den Glauben an das unschätzbare Geschenk zu wecken und lebendig zu erhalten."  (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 7 und 983). Der Glaube fällt nicht einfach vom Himmel – auch wenn er ein Geschenk ist. In der Kindheit sind es vielleicht die Eltern oder Bezugspersonen, die Katechetin, ein Priester, ein Jugendgruppenleiter, die Grosseltern und andere Menschen die mir durch ihr Vorbild und ihr gelebtes Christsein helfen, selber glauben zu lernen. Im Verlauf des Lebens kommen immer mehr andere Menschen dazu.

Früher wurde der Glaube wie selbstverständlich in der Familie und in der Gesellschaft grundgelegt. Später konnte man ihn noch vertiefen. Dies entspricht nicht mehr der heutigen Lebenssituation. Religionsunterricht und katechetisches Schaffen ist heute komplexer geworden. Katechetinnen und Katecheten arbeiten im Spannungsfeld von Erstverkündigung einerseits und Einführung, Vertiefung und Vergewisserung des Glaubens andererseits. Aber selbstverständlich ist das Faktenwissen ohne Verbindung mit gelebtem und gefeiertem Glauben wenig fruchtbar.

Den christlichen Glauben weiterzugeben und Kinder kirchlich zu sozialisieren ist uns ein großes Anliegen. So bieten wir den Kindern ab der 1. Klasse die Möglichkeit, den katholischen Unterricht zu besuchen. Glaubensinhalte werden hier zunächst erzählerisch weitergegeben, mit fortschreitendem Alter aber auch reflektiert und mit der eigenen Lebensgeschichte in Verbindung gebracht. Für uns ist Katechese der Weg der Einführung in den gelebten Glauben. Das bedeutet für uns:

  • Durch eigene Ausstrahlung überzeugen
  • Glauben leben
  • Interesse wecken
  • Glauben wach halten
  • Frag- würdig sein
  • Flexibel sein

Im Rahmen des Unterrichts wird in der 3. Klasse auf die Erstkommunion, in der 4. Klasse auf die Beichte und in der 6. Klasse auf die Firmung vorbereitet.

Die Entfaltung des Glaubens ist ein lebenslanger Prozess, der nicht zum Zeitpunkt des Schulaustrittes, der Firmung o. ä. abgeschlossen ist. Durch diesen Prozess wird der Mensch befähigt, je nach Alter oder Entwicklungsstufe mit anderen in den Dialog zu treten und den Glauben zu vertiefen. Der Dialog mit dem Anderen, mit Welt und Gesellschaft, mit Kultur und Kunst, mit den Wissenschaften, mit dem Fremden ist ein religiöser Vorgang, in dem sich Gottes Heilswillen für alle Menschen zeigt. Die christliche Überzeugung, dass sich Gott in Jesus Christus unüberbietbar und definitiv ausgesagt hat, bekommt im Dialog ihre Kontur und Wirkkraft.