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Sakramente

Wir leben als Menschen in den zahlreichen Ausdrücken der Sinne. Der Mensch verständigt sich durch äußere Zeichen, die eine innwendige Bedeutung haben. Zum Beispiel, wenn Verliebte sich Blumen schenken oder sich küssen, drücken sie damit das unsagbare Geheimnis der Liebe aus, die zwischen den beiden lebt. Ähnlich ist es auch mit der Liebe Gottes zu uns Menschen. Er bedient sich irdischer Elemente und menschlicher Gesten, damit wir das unsagbare Geheimnis seiner Liebe erfahren können.

Es ist in der katholischen Tradition in einer Geschichte von Jahrhunderten daher wichtig geworden, dem Glauben mit allen Sinnen einen frohen und tiefgehenden Ausdruck zu verleihen. Hier haben die Sakramente eine wesentliche Bedeutung. Ihre Entwicklungsgeschichte ist vielfältig, bis heute haben sich in der katholischen Kirche 7 Sakramente herausgeprägt, die oft an Knotenpunkten des Lebens gefeiert werden, um Gottes Liebe und Nähe zu uns erfahrbar und spürbar werden zu lassen. Ein Sakrament ist daher ein „Zeichen der Nähe Gottes“. Durch eine „symbolische Zeichenhandlung“ in Gesten und Worten versuchen wir ganz praktisch und konkret einen Inhalt unseres Glaubens an den lebendigen Gott nach außen hin so zu verdeutlichen, dass eine innere Seite des Menschen angerührt wird. Gottes bedingungslose Liebe zu uns wird dadurch greifbarer als es allein durch den Verstand möglich wäre.

Wir bezeichnen die Sakramente von Taufe, Eucharistie und Firmung als die Initiation oder die Eingliederung in die Kirche. Wenn ein Jugendlicher oder Erwachsener in die Kirche aufgenommen wird, empfängt er in der Regel alle drei Sakramente zusammen (vgl. Erwachsenentaufe).

Die Sakramente der Versöhnung (Beichte) und der Krankensalbung wollen uns in Berührung bringen mit dem Gott des Friedens und der Vergebung, der uns in Jesus Christus sein Heil schenkt. Wir Menschen brauchen immer wieder die Erfahrung, dass uns eine Lebenslast, ein Versagen oder eine menschliche Schuld nicht „nachgetragen“, sondern abgenommen wird. Im Alltag des Lebens geschieht dies durch die Kommunikation mit einem Priester, der stellvertretend für den gekreuzigten und auferstandenen Christus die Vergebung Gottes ausspricht und dies oftmals erst dadurch befreiend erfahrbar wird. In Zeiten einer schwerwiegenden leiblichen oder seelischen Not ist die Krankensalbung und das fürbittende Gebet der sichtbare und spürbare Ausdruck dafür, dass Gott uns in Jesus Christus den „Heiland“ gesandt hat.

Die Sakramente der Weihe (Ordensgelübde, Diakonen- und Priesterweihe) und der Ehe sind die Lebenssakramente. Ein Mensch versucht den Platz im Leben zu finden, an dem er im Austausch mit einem anderen Menschen oder mit Gott im Wechselspiel von Geben und Empfangen die Liebe konkret werden lässt.