Sakrament der Taufe

Sakrament der Taufe

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern ein großer Einschnitt im Leben. Für die allermeisten ist es immer eine zutiefst beglückende Erfahrung, das Leben weiter gegeben zu haben an einen anderen Menschen.

Zugleich wird deutlich, dass Mütter und Väter mit dem kleinen Leben in ihren Händen eine große Verantwortung tragen. Das Leben ist immer ein Geschenk, im Glauben dürfen wir sagen: ein Geschenk Gottes, entstanden aus der Liebe zweier Menschen im Leib der Frau. Es gibt Stellen in der Heiligen Schrift, besonders im Buch der Psalmen, wo es heißt, dass Gott unser Leben will und es trägt. Dass er ein „Liebhaber des Lebens“ ist, der um uns weiß seit dem Mutterleib.

Neben den vielen Veränderungen im eigenen Hause stellen sich Eltern heute vermehrt die Frage, ob sie ein Kind taufen lassen sollen oder ob es sich einmal selber entscheiden kann, welchen Weg es gehen möchte. Dürfen wir in einer so wichtigen Sache gleichsam über den Kopf der Kinder hinweg entscheiden? Muss nicht der Empfang des Taufsakramentes ganz in den Freiraum persönlicher Glaubensentscheidung gestellt werden? Vielleicht kann Ihnen in diesem Zusammenhang die Überlegung helfen, dass man sich nur für etwas entscheiden kann, was man kennen gelernt hat. Als Eltern geben Sie Ihren Kindern das mit, was ihnen selber wichtig ist und am Herzen liegt. Das gilt auch für den Glauben und Ihre religiöse Überzeugung.

Die meisten Christen entscheiden sich nach wie vor dafür, ihr Kind taufen zu lassen, dass es sichtbar und spürbar von Gott her gesegnet ist und eine Chance hat, auch in eine Gemeinschaft von Glaubenden hineinzuwachsen. Sie wollen ihrem Kind von Beginn an eigene, bereits selber empfangene Werte weitergeben. So enthält die Taufe beide Momente: Gott segnet einerseits das Kind. Damit nehmen wir es in die Gemeinschaft der weltweiten Christen auf. Das bedeutet aber andererseits auch, dass Gott, der zu diesem Leben ja gesagt hat, in uns lebendig ist, wie das „Wasser des Lebens“. Diese Lebendigkeit Gottes verhilft dem Menschen zu einem Leben des Lichtes in einer auch vom Schatten geprägten Schöpfung.

So ist das dreimalige Übergießen mit Wasser unter Nennung des Taufnamens mit Blick auf den „dreifaltigen Gott“, so wie den Tod und die Auferstehung Jesu, das zentrale Zeichen für die Taufe. Christ zu sein heißt aber auch, gesalbt zu werden als Ausdruck des Schutzes und der Würde vor Gott. Wir gehören zu Christus, dem „Gesalbten“, und haben Teil an seiner Königs-, Propheten und Priesterwürde. Das weiße Taufkleid zeigt etwas von dem „Charme“, das heißt von der Schönheit und Klarheit des Neuanfangs. Christus möge uns beschützen, so wie ein Gewand, das uns bekleidet. Das Licht der Taufkerze, an der Osterkerze entzündet, symbolisiert unvergängliches ewiges Leben in Gott, das der Mensch im Augenblick seiner Entstehung im Leib der Frau empfängt.