Sakrament der Versöhnung

Versöhnung (Beichte)

Der Evangelist Johannes berichtet: Jesus sprach zu seinen Jüngern: "Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben." (Jn. 20,21-23a).

 

Versöhnung tut gut. Jeder und jede von uns hat diese Erfahrung hoffentlich schon einmal machen dürfen. Nach einem Streit, wenn ich einen anderen Menschen verletzt habe und mir dieser Mensch vergibt. Das Wort der Vergebung können wir uns nicht selbst sagen, das Wort der Vergebung schenkt uns der andere. Dieses Wort der Vergebung ist befreiend, macht in Beziehungen einen neuen Anfang möglich.

Sich versöhnen mit dem Mitmenschen, mit sich selbst und mit Gott. Die „wunden“ Punkte meines Lebens ansprechen und aussprechen dürfen. Frei werden von dem, was ich ungewollt oder vorsätzlich falsch gemacht habe, was mir Leid tut und was ich bereue. Es geht dabei immer einmal wieder auch um die Frage der „Sühne“ bzw. der „Wieder-Gut-Machung“. Dabei gibt es oftmals auch die schmerzliche Erkenntnis, dass manches nicht wieder gut zu machen ist. Ein Leben, das ausgelöscht wurde, kann nicht ersetzt werden, die Verletzung einer zerbrochenen Liebe hinterlässt Spuren, die bleiben, mit denen wir lernen müssen zu leben.

Als Christen sprechen wir von der „Erlösung“, die uns von außen zu  kommt, durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, der in vergebender Liebe sein Leben ans Kreuz geschenkt hat und dadurch weiß wie es sich anfühlt, als Mensch zu leiden. In dieser zentralen Glaubensaussage steckt etwas ungemein Hoffnungsvolles und Tröstliches. Ich kann nicht alles und jedes im Leben wieder gut machen, was irgendwann einmal verkehrt gelaufen ist.

Alles noch so „Verkorkste“ kann aber sehr wohl vergeben werden. Vergebung schenkt eine Versöhnung, die letztlich erst wirklichen Frieden möglich macht. Uns Menschen fällt dies oftmals schwer. Wir können das nicht immer sofort leisten, brauchen Zeit dafür.
So gibt es „Wege zur Versöhnung“. Dazu zählen natürlich die

  • zwischenmenschliche Aussprache und das geistliche Leben oder z.B. das Lesen der Heiligen Schrift mit den vielen Texten, die uns zur Vergebung einladen,
  • das Bußbekenntnis am Beginn einer jeden Eucharistiefeier,
  • Versöhnungs- oder Bußgottesdienste,
  • das bewusste Beten des Vater Unsers,
  • eine kurze Betrachtung am Ende des Tages und
  • als letzte, sakramentale Vollendung – das Beichtbekenntnis vor Gott, entgegen genommen durch einen Priester.

Wir Menschen brauchen immer einmal wieder die Erfahrung, dass uns eine Lebenslast, ein Versagen oder eine menschliche Schuld nicht „nach-getragen“, sondern abgenommen wird. Im Alltag des Lebens geschieht dies durch die Kommunikation mit einem Priester, der stellvertretend für den gekreuzigten und auferstandenen Christus die Vergebung Gottes ausspricht und so oftmals erst dadurch befreiend erfahrbar wird.